Laut - bunt - süß: Das ist Indonesien!

Montag, 25. Juli 2011

Von siegreichen Büffeln und Frauenpower

... erfährt man, wenn man sich in das Minangkabau-Hochland begibt, dem Herzen West-Sumatras um die Stadt Bukittinggi herum. Allein diese Namen klingen doch schon faszinierend, nicht wahr? Sie haben natürlich eine Bedeutung. "Bukit" heißt Hügel und "tinggi" heißt hoch, also "hoher Hügel". Mit ihren 920 m über dem Meeresspiegel wird Bukittinggi noch überragt von den beiden Vulkanen Singgalang und Merapi, wobei letzterer nicht derjenige ist, dessen Ausbruch im November 2010 weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Es gibt also mehr als einen "Merapi" in Indonesien.

In dieses Hochland verschlug es mich an einem Wochenende im März. Ich wollte mehr erfahren von diesem Volk, dessen Name allein schon so exotisch klingt. Es war eine von der BRÜCKE organisierte Reise mit insgesamt 12 Teilnehmern. Die Minangkabau [Mi-nang-ka-ba-u] sind eine der größten Ethnien in Indonesien. "Minang" bedeutet Sieg und "kabau" Büffel.

Wie kommt ein Volk zu solch einem Namen? Nun, der Sage nach soll ein Streit zwischen Sumatra und Java entbrannt sein, der durch einen Kampf zwischen Wasserbüffeln (kabau) entschieden werden sollte. Die Javaner schickten ein Monster von einem Büffel in den Kampf, während die Sumatraner ein halb verhungertes Kalb antreten ließen. Das Kalb stürmte auf den Büffel zu, weil es ihn für seine Mutter hielt und schlitzte auf der verzweifelten Suche nach Milch den Bauch des Büffels auf, da zuvor ein Messer an seiner Nase befestigt worden war. Durch diese List errangen die West-Sumatraner den Sieg und seitdem nennen sie sich wohl auch so - „siegreiche Büffel".

Nicht nur ihr Name ist bezeichnend, auch Frauenpower macht von sich reden. Die Minangkabau sind nämlich die größte matrilineare Kultur weltweit. Das betrifft vor allem die Erbfolge, wobei die verwandtschaftlichen Verhältnisse über die Abstammung von der Mutter legitimiert werden. Die ganze Angelegenheit wird insofern kompliziert, als der Islam hier tief verwurzelt ist mit seinen patriarchalischen Regeln des Korans. Wie sich das in der praktischen Lebensbewältigung umsetzen lässt, entzieht sich meiner Kenntnis, soll aber nicht spannungsfrei sein.

Genug der Theorie, hier folgen nun einige der schönsten visuellen Eindrücke:



 
Reisfelder, Palmen und Vulkane bestimmen das Landschaftsbild


Typisches Minangkabau-Haus, der vielleicht schönste Haustyp Indonesiens

In Bukittinggi

Treffpunkt in Bukittinggis Innenstadt, der Jam Gadang (Großer Glockenturm)

Auch neue Häuser werden im typischen Stil gebaut - hier das Rathaus von Bukittinggi

Im atemberaubenden Harau-Canyon

Diese Kameraden sind überall anzutreffen - Eine Dame aus der Reisegruppe wurde im wahrsten Sinne vom "wilden Affen" gebissen und musste sofort ins Krankenhaus, um sich gegen Tollwut impfen zu lassen


Wer genau hinschaut, entdeckt den Wasserbüffel

Blick auf den wunderschönen Kratersee "Maninjau"
 
Da geht einem doch das Herz auf...

Samstag, 9. Juli 2011

Wirklich schon wieder ein Jahr

„Ist das schon so lange her? Wirklich schon wieder ein Jahr?“ sang Reinhard Mey in einem seiner Lieder und weiter heißt es zum Schluss:
„Bin immer noch der ich war,
Erwachsener werd‘ ich wohl nicht.
Ich hab‘ einen Jahresring mehr wie die Bäume,
Eine dickere Rinde, ein paar neue Träume.
Und Lachfalten mehr im Gesicht.
Wirklich schon wieder ein Jahr?“
Dieser Jahresring mehr hat sich vorgestern geschlossen, am 7.7. Schon wieder ein Jahr älter geworden. Wie die Zeit rast! Seit fast einem Jahr bin ich nun schon hier in Indonesien. Was haben sich doch für tiefgreifende Veränderungen ergeben im Vergleich zu meinem/unserem Leben in Deutschland!
Eine dieser Veränderungen ist zum Beispiel das Leben mit Hausangestellten. Ich konnte es mir in Deutschland überhaupt nicht vorstellen, wie man sich wohlfühlen kann, wenn da immer jemand ist. Die ganze Privatsphäre würde doch verloren gehen.
Geht sie auch ein bisschen. Aber wir empfinden das nicht als Nachteil oder als unangenehm. Man muss sich schon gegenseitig sympathisch sein, sonst würde das Zusammenleben nicht funktionieren. Mit unserer „Ibu Yayah“, der Haushälterin, haben wir wirklich das große Los gezogen! Ich denke mal, dass es hier in Indonesien nicht üblich ist, von seiner Haushälterin zum Geburtstag beschenkt zu werden, zumal sie oft der einfacheren Bevölkerungsschicht angehören, die sich nur sehr wenig leisten können. Sie aber hat mich gleich morgens so lieb überrascht, dass mir fast die Tränen kamen.
Dieser Stuhl stand vor unserer Schlafzimmertür mit einem liebevoll eingepackten Geschenk darauf und einer Geburtstagskarte, deren Worte einem das Herz erwärmen. Ein wunderschönes, eigenhändig besticktes Kissen war ihr Geschenk an mich:



















Der 7.7. war ja ein Donnerstag, mein Wandertag, und so lag es nahe, die Wandergruppe – neudeutsch „hiking group“ – nach unserem Marsch zum Mittagessen zu mir nach Hause einzuladen. Ibu Yayah ist eine begnadete Köchin und während wir unterwegs waren, hat sie ein superleckeres Hähnchencurry für uns gezaubert.
Durch die „hiking group“ haben sich schon wertvolle Kontakte hier in Bandung ergeben und es war ein rundherum schöner Geburtstag, den ich in diesem internationalen Kreis gefeiert habe.

Vor dem Marsch - Treffpunkt ist unser Garten

Nach dem Marsch - Wir lassen es uns gut gehen ;-)


Mittwoch, 29. Juni 2011

Was donnerstagsabends in unserer Garage passiert

Die Garage in unserem Haus ist so groß, dass dort bequem ein ganzer Fuhrpark unterkäme. Na ja, sagen wir, ein halber... ;-) Wenn unser Toyata Rush dort drin steht, muss man ihn fast suchen. Na ja, fast... ;-)

Wie könnte man diese Menge an Platz besser nutzen, als sie mit einer Tischtennisplatte auszufüllen?! Gesagt, getan! Sie war eine der ersten Anschaffungen, womit Matthias sich einen lang gehegten Wunsch erfüllte.

Nun bin ich - im Gegensatz zu Matthias - nicht die passionierteste Tischtennisspielerin. Mit anderen Worten, mein Interesse, mich in diesem Sport zu betätigen, war in etwa so groß wie sich eine Kuh für's Eislaufen interessiert. Außerdem habe ich ja dreimal pro Woche mein Fitness-Training und am Donnerstag gehe ich wandern. Ich leide also nicht an Bewegungsmangel; auch wieder im Gegensatz zu Matthias, dessen Bewegungsradius sich innerhalb unseres Hauses sowie seines Büros erstreckt und jeweils auf den Weg zum Auto, um sich morgens hinbringen und abends abholen zu lassen. Also nicht gerade sehr bewegungsintensiv und weit entfernt von einem gesunden Lebensstil...

Wie sollten aus dieser Konstellation engagierte Tischtennispartner werden? Da stand sie nun, die Tischtennisplatte, und wurde wochenlang nicht genutzt. Doch dann stellte sich eines Tages heraus, dass einer von Matthias‘ Mitarbeitern, Pak Ketut, leidenschaftlicher Tischtennisspieler ist. Da war der "deal" schnell ausgehandelt: Für ein leckeres Abendessen erteilt uns Pak Ketut einmal wöchentlich eine Stunde Tischtennisunterricht.

So finden unsere Donnerstagabende nun schon seit Monaten in der Garage statt – zumindest eine knappe Stunde lang. Matthias arbeitet daran, sein altes, in Studentenzeiten erzieltes Spielniveau wieder zu erreichen. Jedenfalls schlägt er sich gegenüber seinem Kollegen nicht schlecht und hat somit ein Mindestmaß an Bewegung bei seiner sonst sitzenden Tätigkeit. Und mir macht das Tischtennisspielen unter der fachkundigen Anleitung von Pak Ketut mehr und mehr Spaß, sodass aus Matthias und mir eventuell doch noch ein gutes "Tischtennis"-Paar wird.


Sonntag, 26. Juni 2011

Was noch alles schön war

Über Christians Besuch bei uns gibt es natürlich noch mehr zu berichten. Die gemeinsam verbrachte Zeit auf Bali war zwar die schönste, aber es gibt auch viele schöne Erinnerungen an die Zeit seines Aufenthaltes hier bei uns in Bandung:


Giftige Schwefeldämpfe steigen auf

Ein „Muss“ für alle Besucher in Bandung ist ein Ausflug zum nördlich von Bandung gelegenen Gebirgsmassiv Tangkuban Perahu (siehe auch meinen Blogeintrag vom 07.09.2010). Schon um 5:00 Uhr morgens starteten wir von zu Hause aus, um dann auch wirklich als die Allerersten oben am Kraterrand des Vulkans Kawah Ratu zu stehen. Ich war jetzt schon einige Male dort oben, aber die Wanderung am Kraterrand entlang sowie auch die zum weiter unten gelegenen Kawah Domas ist immer wieder beeindruckend! Man sollte nicht allzu geruchsempfindlich sein, denn die schwefelhaltige Luft erinnert stark an faule Eier…


Am Kraterrand
 Wer sich schon ins Zentrum der Textilindustrie begibt, sollte auch zumindest eines der zahlreichen Outlets hier in Bandung besuchen. Einen ganzen Vormittag verbrachten wir in der „Fashion World“ und mussten schließlich für Christian – wie damals im September bei Patcy – einen kleinen Koffer dazu kaufen, damit er alles mitbekommen konnte.


Verschnaufpause während der Shopping-Tour

Das folgende Bild entstand, als wir mit Christian nach dem Gottesdienst in UNAI zum gemeinsamen Mittagessen bei unseren Freunden Joshua und Caroline eingeladen waren:

Unsere indonesischen Glaubensgeschwister
 
Die letzten zwei Tage vor seinem Abflug durften wir die herzliche Gastfreundschaft von indonesischen Freunden in Jakarta genießen und haben noch einen schönen Ausflug in den Taman Mini Indonesia Indah unternommen. Das ist eine Art Museumsdorf, in dem alle Baustile Indonesiens naturgetreu dargestellt sind.

Der Tisch bog sich vor indonesischen Spezialitäten
 
Minangkabau-Dorf (West-Sumatra) aus einer Gondel fotografiert

Am 5. Juni kurz nach Mitternacht hieß es wieder Abschied nehmen und eine Emirates-Maschine brachte Christian über Dubai wieder sicher nach Hamburg zurück. Schon sind diese schönen Erlebnisse wieder Vergangenheit, aber in unseren Herzen lebendig.

Sonntag, 12. Juni 2011

Weil's so schön war, gleich noch ein zweites Mal...

Unser Aufbruch in neue Dimensionen, von dem ich zuletzt berichtete, erfuhr in einem zweiten Urlaub auf Bali seine Fortsetzung. Aber diesmal in Begleitung unseres Christian!

Wie hatten wir uns auf seinen ersten Besuch bei uns gefreut! Am 18. Mai haben wir ihn auf dem Flughafen von Jakarta endlich wieder in die Arme schließen können. Nach einigen Tagen Bandung flogen wir zu dritt nach Bali und weil's dort so schön war, ging es wieder ins Tauch Terminal Tulamben, wo wir eine Familien-Suite bezogen.

Wir mussten ja noch unsere Pflichttauchgänge im offenen Meer absolvieren. Gemeinsam mit Christian, für den alles ganz neu war, wiederholten wir die Übungen im Pool und staunten nicht schlecht, wie schnell und sicher er alle Herausforderungen meisterte, die uns bei unserem ersten Aufenthalt nicht so leicht fielen.

Am zweiten Tag ging es dann ins Meer. Die Übungen im Pool und die theoretische Prüfung hatten wir ja schon bestanden, aber jetzt tiefer als 3 m abtauchen? Halten meine Trommelfelle das aus? Wird es mit dem Druckausgleich klappen? Ja, das klappte, oh Wunder, aber die Maske saß nicht richtig, es kam laufend Wasser rein, ich hatte Salzgeschmack im Mund, weil ich mich verschluckt hatte und kam überhaupt nicht voran, sodass Christian mich stellenweise sogar ziehen musste. "Warum tue ich mir das eigentlich an?" ging mir laufend durch den Kopf. Wenn diese vier Pflichttauchgänge absolviert waren, würde ich NIE mehr tauchen gehen, das waren meine Gedanken. Bei Matthias machte sich schon Begeisterung bemerkbar und bei Christian war der Funke sofort übergesprungen, er bewegte sich unter Wasser, als hätte er nie etwas Anderes getan.

Doch dann kam der vierte Tauchgang zum Wrack der U.S. Liberty. Ich hatte andere Flossen bekommen, die Maske saß perfekt und ich hatte die Angst vor der Tiefe verloren. Auf einmal konnte ich mich auf das konzentrieren, was ich da zu sehen bekam, anstatt mit meinen Gedanken um mich zu kreisen. Und was ich zu sehen bekam, war ÜBERWÄLTIGEND! Diese herrlich bunt schillernden Fische, die mich umgaben, diese bizarren Korallen, die sich leicht in der Strömung bewegten, deren Formen- und Farbenreichtum unerschöpflich zu sein schien, dieses Gefühl der Schwerelosigkeit, des Schwebens im Wasser, des Purzelbaumschlagenkönnens, dieses Eintauchen in eine ganz andere, unbekannte, aber unbeschreiblich schöne Welt. Ein tiefes Gefühl der Bewunderung durchströmte mich, der Faszination, des Glücks, der Andacht, des Lobpreises: "Herr im Himmel, wie hast du alles wunderbar bereitet!" Ich war in einem winzig kleinen Teil der unermesslichen Tiefen und Weiten der Ozeane unterwegs und durfte einen Bruchteil dieses neuen Universums kennen lernen. "Danke, HERR!"

Dieses faszinierende Erlebnis weckte natürlich den Hunger auf mehr bzw. Meer! Nun gab es kein Halten mehr und wir erkundeten alle vor der Tür liegenden Tauchplätze und dürfen uns nun "Open Water Diver" nennen.

Bei einem dieser Tauchgänge (zum "Drop Off") schoss unser "guide" mit einer Unterwasserkamera die folgenden Fotos. Leider kommen die Farben nicht im Entferntesten an die Wirklichkeit heran:



Vor dem Tauchgang - noch sind die Haare trocken
 
Flossen an...
 
Maske auf...

...und ab geht's in die Tiefe. Hier Matthias


Christian ist in seinem Element

Ich bin happy!


In dieser Anemone wohnt "Nemo"

Dieser schöne Fisch hat uns seinen Namen nicht verraten


Ein Schwarm Gelbbauchmakrelen

Eine der vielen bizarren Korallen

Mittwoch, 11. Mai 2011

Silberhochzeit auf Bali - Aufbruch in neue Dimensionen

Schon lange hatten wir uns Gedanken gemacht, wie und wo wir unsere Silberhochzeit am 3. Mai feiern wollen. Eine rauschende Ballnacht mit Freunden und Verwandten in Deutschland? Sehr gern, aber die zusätzlichen Flugkosten sprengten unser Budget dann doch zu sehr. Eine Städtereise nach Singapur oder Hongkong? Nö, zu wenig romantisch, lieber ein andermal. Einige Flittertage in unserem Lieblingshotel in Thailand? Ach nein, da waren wir jetzt schon ein paarmal, es kann jetzt gern mal etwas Anderes sein. Also was jetzt?

Wenn wir schon in Indonesien sind, dann bietet sich doch Bali - die Insel der Götter - für ein derartiges Vorhaben an, sagten wir uns schließlich. Zumal die ganze Welt von der Schönheit dieser Insel schwärmt, wollten wir uns selbst ein Bild von ihr machen. Von Bandung aus fliegt Air Asia, ein Low Cost Carrier (gut und sicher!), direkt nach Denpasar. Und es sollte etwas total Anderes sein, ein Aufbruch in neue Dimensionen, den wir nach 25 Jahren wagen wollten: Wir haben uns im Tauch Terminal Tulamben zu einem Tauchkursus angemeldet!

Tulamben ist ein kleiner, beschaulicher Ort im Nordosten Balis, am Fuße des höchsten Vulkans, des Gunung Agung (3.142 m). Hier kommen keine Horden von Touristen hin, sondern nur tauchbegeisterte Freaks, die die Schönheit der Unterwasserwelt bestaunen möchten. Das Resort ist wunderschön angelegt, direkt am Indischen Ozean. Von unserem Zimmer genossen wir den direkten Blick auf's Meer, wo sich in der Ferne nur noch Wasser und Himmel berühren. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Überzeugt Euch selbst:




Der Blick aus unserem Zimmer

...und noch einer
Am Tag nach unserer Ankunft begann das Abenteuer: Wir bekamen am Vormittag die ersten beiden Lektionen Theorie vermittelt und am Nachmittag ging es gleich rein in die Tauchanzüge und ab in den Pool mit schwerem Gerät (Tauchflasche, Bleigürtel usw.). Hier galt es ein paar Übungen zu bestehen, unter Wasser versteht sich, die nicht gleich auf Anhieb korrekt umzusetzen waren, sondern wirklich geübt werden wollten. Auch mit dem Druckausgleich klappte es nicht sofort. Aber im Laufe der Woche bekamen wir es hin und bestanden unsere theoretische Prüfung.

Mit unserem Tauchlehrer Philipp
 An unserem Silberhochzeitstag selbst hatten wir morgens sogar schon unseren ersten Tauchgang im Meer, direkt vom Strand unseres Hotels aus. Wir mussten uns aber so sehr auf die richtigen Handgriffe und Verhaltensregeln konzentrieren und waren – zugegeben – ganz schön aufgeregt, dass wir die herrlich bunten Fische, die uns neugierig zusahen, nur beiläufig wahrnahmen. Zumindest haben wir einen ersten Eindruck von der Unterwasserwelt erhalten und sind schon gespannt auf die weiteren Tauchgänge, die in absehbarer Zeit folgen werden…
Im weiteren Verlauf unseres großen Tages ließen wir uns im hoteleigenen Spa mit einer Massage verwöhnen und verbrachten den Spätnachmittag in den Clubsesseln im Garten, wo schon zwei Gläser und ein Sektkühler mit balinesischem Champagner bereit standen. Wir hatten unser Hochzeitsbüchlein vom 3. Mai 1986 mitgenommen und lasen es uns gegenseitig vor: Das Programm des Traugottesdienstes, die Predigt, sangen die Lieder noch einmal durch, lasen die Reden bei der Feier im Fasanenkrug und die Namen aller unserer Gäste.
Besonders die Predigt und die Reden unserer beiden Väter berührten uns sehr, wenn man jetzt, nach 25 Jahren Rückschau hält und sieht, wie sich die vielen guten Segenswünsche, die man damals auf den Weg in die Ehe mitbekommen hat, im Laufe des Ehelebens umgesetzt haben. Dass wir immer noch so glücklich miteinander sein dürfen ist nicht selbstverständlich und wir sind von Herzen dankbar dafür!

Abends wurde es dann noch romantischer mit einem Candlelight-Dinner. Das Hotel hatte einen separaten Tisch im Garten für uns hübsch hergerichtet und wir genossen die Tulamben-Seafood-Platte, nur vom nahen Meeresrauschen untermalt.


 Der 3. Mai 2011 war ebenso wie der 3. Mai 1986 ein sonnendurchfluteter Tag und wird uns unvergesslich bleiben.

Samstag, 30. April 2011

Ostern in Jakarta

Von Ostern merkte man in diesem muslimischen Land nicht viel. Jedenfalls gibt es hier keine Vorgärten, in denen die Büsche mit bunten Ostereiern farbenprächtig geschmückt sind. Es gibt auch keine Osterhasen, die einen von Plakaten oder Schaufenstern anlachen. Ein paar Restaurants, die vornehmlich von Expats besucht werden, werben mit Osterbrunch oder anderen österlichen Leckereien, aber sonst geht dieses höchste unserer christlichen Feste ziemlich unspektakulär im Alltagsleben unter.

Vordergründig zumindest, denn aus der "Jakarta Post" erfährt man, dass aufgrund massiver Bombendrohungen immerhin 20.000 Polizisten abgeordnet wurden, die Ostergottesdienste der Christen zu schützen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass Christen, die dieses Fest aufgrund ihres Glaubens begehen, um ihr Leben fürchten müssen, ist der Mangel der oben genannten österlichen Symbole getrost vernachlässigbar.
Immerhin hat die Polizei bzw. die Antiterrorism Agency 20 Verdächtige festgenommen sowie eine 150 kg schwere Zeitbombe noch rechtzeitig entschärfen können, die dazu bestimmt war, während des Karfreitagsgottesdienstes der "Christ Cathedral Church" zu explodieren und betende Christen in den Tod zu reißen. Es sieht schon unheimlich aus, wenn neben christlichen Kirchen gepanzerte Fahrzeuge stehen und Polizisten in Bereitschaft sind. All dies und noch einiges mehr stößt uns bitter auf, erfüllt uns mit Sorge und Unverständnis zugleich. Dabei fürchten wir nicht etwa um unser eigenes Leben und Angst haben wir auch keine.
In unserer Vorbereitungszeit auf Indonesien wurde uns in Bad Honnef geraten, einen Tapetenwechsel vorzunehmen, wenn man in ein Stimmungstief gerät. Deshalb haben wir das Angebot eines befreundeten Ehepaares ohne zu zögern angenommen, über Ostern in ihrem Haus in Jakarta wohnen zu können, während sie selbst nach Deutschland geflogen sind.
Am Ostersamstag waren wir zum ersten Mal in der internationalen adventistischen Gemeinde in Jakarta und haben dort einen sehr anrührenden Gottesdienst zu Ehren von "Kartini" miterlebt. In ganz Indonesien wurde "Kartini-Day"gefeiert. Raden Adjeng Kartini (1879-1904) war eine sehr bemerkenswerte Frau, die auf dem Gebiet der Mädchenbildung und Emanzipation in Indonesien wertvolle Pionierarbeit geleistet hat.

Dies ist der Wegweiser durch das große STA-Gebäude 
 Auf den Ostersamstagabend haben wir uns schon lange im Voraus gefreut, denn wir hatten rechtzeitig Karten für das "Beethoven Easter Concert 2011" bestellt, das in der riesigen neuen "Aula Simfonia Jakarta" (kein Rechtschreibfehler, die Indonesier haben eine sehr eigenwillige Orthografie, besonders was Fremdwörter betrifft). Besonders Beethovens Oratorium "Christ on the Mount of Olives" war mit dem 90-köpfigen Chor ein Ohrenschmaus. Endlich mal wieder klassische Life-Musik, wir waren ausgehungert danach! Wie ich mich schon wieder auf das Singen in "meiner" Kantorei Herrenhausen in Hannover freue...

Wir haben einen sehr guten Platz genau in der Mitte, wie man sieht
Eine Sehenswürdigkeit ist der alte Hafen "Sunda Kelapa" in Jakarta, den wir besuchten. In diesem Hafen findet man laut Wikipedia die weltweit größte noch existente Flotte von Lastensegelschiffen, die die gesamte südostasiatische Inselwelt mit Waren bereist. Teilweise sehen diese Schiffe schon so alt und heruntergekommen aus, dass man meint, man befände sich auf einem Schiffsfriedhof. Deshalb trauten wir unseren Augen nicht, aber sie wurden alle noch gelöscht und wieder beladen, wie bei uns vor 100 Jahren...

Alte Seefahrerromantik...











Was man so alte Kähne nennt...














Überhaupt existieren in Indonesien modernste Technik und mittelalterliche Praktiken harmonisch nebeneinander. Es ist so widersprüchlich, dieses Land!
Es war unvorstellbar heiß in Jakarta und so haben wir den Pool im Haus unserer Freunde ausgiebig genutzt und genossen! Überhaupt sind wir nur zwischen klimatisiertem Schlafzimmer und ventilierter Terrasse hin und her gependelt, da die Hitze kaum auszuhalten war.
Am Ostermontag sind wir mit neuen Eindrücken und gut erholt in unser geliebtes Cipaku (so heißt der Ortsteil und so nennen wir auch "unser" Haus) hier in Bandung zurückgekehrt.