Laut - bunt - süß: Das ist Indonesien!

Sonntag, 26. Juni 2011

Was noch alles schön war

Über Christians Besuch bei uns gibt es natürlich noch mehr zu berichten. Die gemeinsam verbrachte Zeit auf Bali war zwar die schönste, aber es gibt auch viele schöne Erinnerungen an die Zeit seines Aufenthaltes hier bei uns in Bandung:


Giftige Schwefeldämpfe steigen auf

Ein „Muss“ für alle Besucher in Bandung ist ein Ausflug zum nördlich von Bandung gelegenen Gebirgsmassiv Tangkuban Perahu (siehe auch meinen Blogeintrag vom 07.09.2010). Schon um 5:00 Uhr morgens starteten wir von zu Hause aus, um dann auch wirklich als die Allerersten oben am Kraterrand des Vulkans Kawah Ratu zu stehen. Ich war jetzt schon einige Male dort oben, aber die Wanderung am Kraterrand entlang sowie auch die zum weiter unten gelegenen Kawah Domas ist immer wieder beeindruckend! Man sollte nicht allzu geruchsempfindlich sein, denn die schwefelhaltige Luft erinnert stark an faule Eier…


Am Kraterrand
 Wer sich schon ins Zentrum der Textilindustrie begibt, sollte auch zumindest eines der zahlreichen Outlets hier in Bandung besuchen. Einen ganzen Vormittag verbrachten wir in der „Fashion World“ und mussten schließlich für Christian – wie damals im September bei Patcy – einen kleinen Koffer dazu kaufen, damit er alles mitbekommen konnte.


Verschnaufpause während der Shopping-Tour

Das folgende Bild entstand, als wir mit Christian nach dem Gottesdienst in UNAI zum gemeinsamen Mittagessen bei unseren Freunden Joshua und Caroline eingeladen waren:

Unsere indonesischen Glaubensgeschwister
 
Die letzten zwei Tage vor seinem Abflug durften wir die herzliche Gastfreundschaft von indonesischen Freunden in Jakarta genießen und haben noch einen schönen Ausflug in den Taman Mini Indonesia Indah unternommen. Das ist eine Art Museumsdorf, in dem alle Baustile Indonesiens naturgetreu dargestellt sind.

Der Tisch bog sich vor indonesischen Spezialitäten
 
Minangkabau-Dorf (West-Sumatra) aus einer Gondel fotografiert

Am 5. Juni kurz nach Mitternacht hieß es wieder Abschied nehmen und eine Emirates-Maschine brachte Christian über Dubai wieder sicher nach Hamburg zurück. Schon sind diese schönen Erlebnisse wieder Vergangenheit, aber in unseren Herzen lebendig.

Sonntag, 12. Juni 2011

Weil's so schön war, gleich noch ein zweites Mal...

Unser Aufbruch in neue Dimensionen, von dem ich zuletzt berichtete, erfuhr in einem zweiten Urlaub auf Bali seine Fortsetzung. Aber diesmal in Begleitung unseres Christian!

Wie hatten wir uns auf seinen ersten Besuch bei uns gefreut! Am 18. Mai haben wir ihn auf dem Flughafen von Jakarta endlich wieder in die Arme schließen können. Nach einigen Tagen Bandung flogen wir zu dritt nach Bali und weil's dort so schön war, ging es wieder ins Tauch Terminal Tulamben, wo wir eine Familien-Suite bezogen.

Wir mussten ja noch unsere Pflichttauchgänge im offenen Meer absolvieren. Gemeinsam mit Christian, für den alles ganz neu war, wiederholten wir die Übungen im Pool und staunten nicht schlecht, wie schnell und sicher er alle Herausforderungen meisterte, die uns bei unserem ersten Aufenthalt nicht so leicht fielen.

Am zweiten Tag ging es dann ins Meer. Die Übungen im Pool und die theoretische Prüfung hatten wir ja schon bestanden, aber jetzt tiefer als 3 m abtauchen? Halten meine Trommelfelle das aus? Wird es mit dem Druckausgleich klappen? Ja, das klappte, oh Wunder, aber die Maske saß nicht richtig, es kam laufend Wasser rein, ich hatte Salzgeschmack im Mund, weil ich mich verschluckt hatte und kam überhaupt nicht voran, sodass Christian mich stellenweise sogar ziehen musste. "Warum tue ich mir das eigentlich an?" ging mir laufend durch den Kopf. Wenn diese vier Pflichttauchgänge absolviert waren, würde ich NIE mehr tauchen gehen, das waren meine Gedanken. Bei Matthias machte sich schon Begeisterung bemerkbar und bei Christian war der Funke sofort übergesprungen, er bewegte sich unter Wasser, als hätte er nie etwas Anderes getan.

Doch dann kam der vierte Tauchgang zum Wrack der U.S. Liberty. Ich hatte andere Flossen bekommen, die Maske saß perfekt und ich hatte die Angst vor der Tiefe verloren. Auf einmal konnte ich mich auf das konzentrieren, was ich da zu sehen bekam, anstatt mit meinen Gedanken um mich zu kreisen. Und was ich zu sehen bekam, war ÜBERWÄLTIGEND! Diese herrlich bunt schillernden Fische, die mich umgaben, diese bizarren Korallen, die sich leicht in der Strömung bewegten, deren Formen- und Farbenreichtum unerschöpflich zu sein schien, dieses Gefühl der Schwerelosigkeit, des Schwebens im Wasser, des Purzelbaumschlagenkönnens, dieses Eintauchen in eine ganz andere, unbekannte, aber unbeschreiblich schöne Welt. Ein tiefes Gefühl der Bewunderung durchströmte mich, der Faszination, des Glücks, der Andacht, des Lobpreises: "Herr im Himmel, wie hast du alles wunderbar bereitet!" Ich war in einem winzig kleinen Teil der unermesslichen Tiefen und Weiten der Ozeane unterwegs und durfte einen Bruchteil dieses neuen Universums kennen lernen. "Danke, HERR!"

Dieses faszinierende Erlebnis weckte natürlich den Hunger auf mehr bzw. Meer! Nun gab es kein Halten mehr und wir erkundeten alle vor der Tür liegenden Tauchplätze und dürfen uns nun "Open Water Diver" nennen.

Bei einem dieser Tauchgänge (zum "Drop Off") schoss unser "guide" mit einer Unterwasserkamera die folgenden Fotos. Leider kommen die Farben nicht im Entferntesten an die Wirklichkeit heran:



Vor dem Tauchgang - noch sind die Haare trocken
 
Flossen an...
 
Maske auf...

...und ab geht's in die Tiefe. Hier Matthias


Christian ist in seinem Element

Ich bin happy!


In dieser Anemone wohnt "Nemo"

Dieser schöne Fisch hat uns seinen Namen nicht verraten


Ein Schwarm Gelbbauchmakrelen

Eine der vielen bizarren Korallen

Mittwoch, 11. Mai 2011

Silberhochzeit auf Bali - Aufbruch in neue Dimensionen

Schon lange hatten wir uns Gedanken gemacht, wie und wo wir unsere Silberhochzeit am 3. Mai feiern wollen. Eine rauschende Ballnacht mit Freunden und Verwandten in Deutschland? Sehr gern, aber die zusätzlichen Flugkosten sprengten unser Budget dann doch zu sehr. Eine Städtereise nach Singapur oder Hongkong? Nö, zu wenig romantisch, lieber ein andermal. Einige Flittertage in unserem Lieblingshotel in Thailand? Ach nein, da waren wir jetzt schon ein paarmal, es kann jetzt gern mal etwas Anderes sein. Also was jetzt?

Wenn wir schon in Indonesien sind, dann bietet sich doch Bali - die Insel der Götter - für ein derartiges Vorhaben an, sagten wir uns schließlich. Zumal die ganze Welt von der Schönheit dieser Insel schwärmt, wollten wir uns selbst ein Bild von ihr machen. Von Bandung aus fliegt Air Asia, ein Low Cost Carrier (gut und sicher!), direkt nach Denpasar. Und es sollte etwas total Anderes sein, ein Aufbruch in neue Dimensionen, den wir nach 25 Jahren wagen wollten: Wir haben uns im Tauch Terminal Tulamben zu einem Tauchkursus angemeldet!

Tulamben ist ein kleiner, beschaulicher Ort im Nordosten Balis, am Fuße des höchsten Vulkans, des Gunung Agung (3.142 m). Hier kommen keine Horden von Touristen hin, sondern nur tauchbegeisterte Freaks, die die Schönheit der Unterwasserwelt bestaunen möchten. Das Resort ist wunderschön angelegt, direkt am Indischen Ozean. Von unserem Zimmer genossen wir den direkten Blick auf's Meer, wo sich in der Ferne nur noch Wasser und Himmel berühren. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Überzeugt Euch selbst:




Der Blick aus unserem Zimmer

...und noch einer
Am Tag nach unserer Ankunft begann das Abenteuer: Wir bekamen am Vormittag die ersten beiden Lektionen Theorie vermittelt und am Nachmittag ging es gleich rein in die Tauchanzüge und ab in den Pool mit schwerem Gerät (Tauchflasche, Bleigürtel usw.). Hier galt es ein paar Übungen zu bestehen, unter Wasser versteht sich, die nicht gleich auf Anhieb korrekt umzusetzen waren, sondern wirklich geübt werden wollten. Auch mit dem Druckausgleich klappte es nicht sofort. Aber im Laufe der Woche bekamen wir es hin und bestanden unsere theoretische Prüfung.

Mit unserem Tauchlehrer Philipp
 An unserem Silberhochzeitstag selbst hatten wir morgens sogar schon unseren ersten Tauchgang im Meer, direkt vom Strand unseres Hotels aus. Wir mussten uns aber so sehr auf die richtigen Handgriffe und Verhaltensregeln konzentrieren und waren – zugegeben – ganz schön aufgeregt, dass wir die herrlich bunten Fische, die uns neugierig zusahen, nur beiläufig wahrnahmen. Zumindest haben wir einen ersten Eindruck von der Unterwasserwelt erhalten und sind schon gespannt auf die weiteren Tauchgänge, die in absehbarer Zeit folgen werden…
Im weiteren Verlauf unseres großen Tages ließen wir uns im hoteleigenen Spa mit einer Massage verwöhnen und verbrachten den Spätnachmittag in den Clubsesseln im Garten, wo schon zwei Gläser und ein Sektkühler mit balinesischem Champagner bereit standen. Wir hatten unser Hochzeitsbüchlein vom 3. Mai 1986 mitgenommen und lasen es uns gegenseitig vor: Das Programm des Traugottesdienstes, die Predigt, sangen die Lieder noch einmal durch, lasen die Reden bei der Feier im Fasanenkrug und die Namen aller unserer Gäste.
Besonders die Predigt und die Reden unserer beiden Väter berührten uns sehr, wenn man jetzt, nach 25 Jahren Rückschau hält und sieht, wie sich die vielen guten Segenswünsche, die man damals auf den Weg in die Ehe mitbekommen hat, im Laufe des Ehelebens umgesetzt haben. Dass wir immer noch so glücklich miteinander sein dürfen ist nicht selbstverständlich und wir sind von Herzen dankbar dafür!

Abends wurde es dann noch romantischer mit einem Candlelight-Dinner. Das Hotel hatte einen separaten Tisch im Garten für uns hübsch hergerichtet und wir genossen die Tulamben-Seafood-Platte, nur vom nahen Meeresrauschen untermalt.


 Der 3. Mai 2011 war ebenso wie der 3. Mai 1986 ein sonnendurchfluteter Tag und wird uns unvergesslich bleiben.

Samstag, 30. April 2011

Ostern in Jakarta

Von Ostern merkte man in diesem muslimischen Land nicht viel. Jedenfalls gibt es hier keine Vorgärten, in denen die Büsche mit bunten Ostereiern farbenprächtig geschmückt sind. Es gibt auch keine Osterhasen, die einen von Plakaten oder Schaufenstern anlachen. Ein paar Restaurants, die vornehmlich von Expats besucht werden, werben mit Osterbrunch oder anderen österlichen Leckereien, aber sonst geht dieses höchste unserer christlichen Feste ziemlich unspektakulär im Alltagsleben unter.

Vordergründig zumindest, denn aus der "Jakarta Post" erfährt man, dass aufgrund massiver Bombendrohungen immerhin 20.000 Polizisten abgeordnet wurden, die Ostergottesdienste der Christen zu schützen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass Christen, die dieses Fest aufgrund ihres Glaubens begehen, um ihr Leben fürchten müssen, ist der Mangel der oben genannten österlichen Symbole getrost vernachlässigbar.
Immerhin hat die Polizei bzw. die Antiterrorism Agency 20 Verdächtige festgenommen sowie eine 150 kg schwere Zeitbombe noch rechtzeitig entschärfen können, die dazu bestimmt war, während des Karfreitagsgottesdienstes der "Christ Cathedral Church" zu explodieren und betende Christen in den Tod zu reißen. Es sieht schon unheimlich aus, wenn neben christlichen Kirchen gepanzerte Fahrzeuge stehen und Polizisten in Bereitschaft sind. All dies und noch einiges mehr stößt uns bitter auf, erfüllt uns mit Sorge und Unverständnis zugleich. Dabei fürchten wir nicht etwa um unser eigenes Leben und Angst haben wir auch keine.
In unserer Vorbereitungszeit auf Indonesien wurde uns in Bad Honnef geraten, einen Tapetenwechsel vorzunehmen, wenn man in ein Stimmungstief gerät. Deshalb haben wir das Angebot eines befreundeten Ehepaares ohne zu zögern angenommen, über Ostern in ihrem Haus in Jakarta wohnen zu können, während sie selbst nach Deutschland geflogen sind.
Am Ostersamstag waren wir zum ersten Mal in der internationalen adventistischen Gemeinde in Jakarta und haben dort einen sehr anrührenden Gottesdienst zu Ehren von "Kartini" miterlebt. In ganz Indonesien wurde "Kartini-Day"gefeiert. Raden Adjeng Kartini (1879-1904) war eine sehr bemerkenswerte Frau, die auf dem Gebiet der Mädchenbildung und Emanzipation in Indonesien wertvolle Pionierarbeit geleistet hat.

Dies ist der Wegweiser durch das große STA-Gebäude 
 Auf den Ostersamstagabend haben wir uns schon lange im Voraus gefreut, denn wir hatten rechtzeitig Karten für das "Beethoven Easter Concert 2011" bestellt, das in der riesigen neuen "Aula Simfonia Jakarta" (kein Rechtschreibfehler, die Indonesier haben eine sehr eigenwillige Orthografie, besonders was Fremdwörter betrifft). Besonders Beethovens Oratorium "Christ on the Mount of Olives" war mit dem 90-köpfigen Chor ein Ohrenschmaus. Endlich mal wieder klassische Life-Musik, wir waren ausgehungert danach! Wie ich mich schon wieder auf das Singen in "meiner" Kantorei Herrenhausen in Hannover freue...

Wir haben einen sehr guten Platz genau in der Mitte, wie man sieht
Eine Sehenswürdigkeit ist der alte Hafen "Sunda Kelapa" in Jakarta, den wir besuchten. In diesem Hafen findet man laut Wikipedia die weltweit größte noch existente Flotte von Lastensegelschiffen, die die gesamte südostasiatische Inselwelt mit Waren bereist. Teilweise sehen diese Schiffe schon so alt und heruntergekommen aus, dass man meint, man befände sich auf einem Schiffsfriedhof. Deshalb trauten wir unseren Augen nicht, aber sie wurden alle noch gelöscht und wieder beladen, wie bei uns vor 100 Jahren...

Alte Seefahrerromantik...











Was man so alte Kähne nennt...














Überhaupt existieren in Indonesien modernste Technik und mittelalterliche Praktiken harmonisch nebeneinander. Es ist so widersprüchlich, dieses Land!
Es war unvorstellbar heiß in Jakarta und so haben wir den Pool im Haus unserer Freunde ausgiebig genutzt und genossen! Überhaupt sind wir nur zwischen klimatisiertem Schlafzimmer und ventilierter Terrasse hin und her gependelt, da die Hitze kaum auszuhalten war.
Am Ostermontag sind wir mit neuen Eindrücken und gut erholt in unser geliebtes Cipaku (so heißt der Ortsteil und so nennen wir auch "unser" Haus) hier in Bandung zurückgekehrt.

Freitag, 15. April 2011

Wenn einer eine Reise tut...

...dann kann er was erzähl'n! So hieß eine Vorabendserie im Fernsehen, als ich Kind war. Eigentlich müsste unsere Patricia das jetzt erzählen, denn sie hat diese Reise "getan" - ist aber leider schon wieder abgeflogen. Zweieinhalb wunderbare Wochen haben wir miteinander verbracht, sodass ich mich jetzt erst wieder melde.

Den Auftakt ihres Besuches bildete am 19. März das Gala-Dinner im Hyatt Regency, das von der Bandung International School ausgerichtet wurde mit dem Thema "Mamma Mia", dem Musical von ABBA, das Lehrer- und Elternschaft der Schule mit viel Liebe zum Detail und großartigen Kostümen aus den 70er Jahren bühnenreif aufführten. Endlich bot sich einmal Gelegenheit, sich richtig "aufzubrezeln" und das Tanzbein zu schwingen:



Endlich wieder Familien-Feeling - nur Christian fehlt
 
Unvergesslich - meine Tochter führt!
Ein zweites Highlight während ihres Aufenthaltes war die "After Work Party", zu der wir alle indonesischen Kollegen bzw. Counterparts von Matthias am Freitag, den 25. März in unser Haus eingeladen hatten. Ganz im Gegensatz zu Europa, wo die Bands ihr Repertoire zum besten geben und dafür bewundert und beklatscht werden, muss hier jeder Gast selbst ans Mikrofon, egal ob er singen kann oder nicht. Dafür liegen dicke Songbücher parat, aus denen man sich sein Lieblingslied aussuchen kann. Und dann nichts wie ran ans Mikrofon! Für Patcy und mich kein Problem. Für Matthias, der außerordentlich gut intonieren kann, nur leider immer einen halben Ton zu tief, im Prinzip auch nicht, denn das sorgt für ausgelassene Stimmung bei den Zuhörern und der Applaus ist jedem sicher, ob er nun die Töne trifft oder nicht! Die Asiaten lieben diese Art von Unterhaltung, vor allem in voller Lautstärke! 
Wir begrüßen unsere Gäste



Das Büffet ist eröffnet

Die Stimmung steigt...



...und steigt...

...und hat hier ihren Höhepunkt erreicht!

















In meiner Wandergruppe wurde Patcy sofort herzlich aufgenommen:

14 Personen, 8 Nationalitäten und 1 Hund, der Englisch versteht



Nördlich von Bandung liegen diese wunderschönen Teeplantagen
Leider bekam Patcy zu Beginn der 2. Woche ihres Besuches hohes Fieber. Da sie zuvor von einigen Mücken heimgesucht worden war, lag der Verdacht auf Dengue-Fieber nah und so fuhren wir vorsichtshalber in unser adventistisches Krankenhaus hier in Bandung, das übrigens einen sehr guten Ruf genießt. Die Untersuchung ergab eine Virusinfektion sowie Amöben... Na brrraaavooo! Die Thrombozyten waren Besorgnis erregend niedrig, sodass der Arzt sie gleich da behalten wollte. Nur mit dem Versprechen, absolute Ruhe einzuhalten, entließ er uns. So kam es, dass wir vier Tage hintereinander zum Krankenhaus fuhren zu weiteren Blutuntersuchungen und den Rest auf dem Sofa verbrachten. Wie früher in alten Kinderzeiten, bekam sie etwas von mir vorgelesen, nur diesmal nicht die Geschichten vom Sams oder "Die Kinder von Bullerbü", sondern einen spannenden Thriller, bei dem die Zeit wie im Flug verging. Gott sei's gedankt, waren ihre Blutwerte am Freitag wieder normal und so blieb wenigstens noch dieser Tag, um einige der zahlreichen Outlets nach neuer Garderobe für unsere arme Studentin zu durchstöbern. Mit einem gut gefüllten Koffer ist sie am 5. April wieder nach Deutschland zurück gereist.

Mittwoch, 23. März 2011

"Die Polizei, dein Freund und Helfer" - in Deutschland vielleicht...

Meine Berichte über die Schattenseiten des Paradieses hier in Indonesien entwickeln sich allmählich zu einer "never ending story". Hier ist Folge 3:
Als ich neulich mit unserem Auto und Fahrer in einem noblen Wohnviertel in Jakarta unterwegs war, wurden wir plötzlich von einem Polizisten auf einem Motorrad überholt und gestoppt. Unser Fahrer drehte die Scheibe runter und so viel verstand ich schon von dem, was der Polizist auf Indonesisch sagte, dass unser Fahrer angeblich bei rot über die Ampel gefahren sei. Ich hatte während der Fahrt aus dem Fenster geschaut und konnte das nicht bestätigen. Ich war nur überrascht, denn unser Fahrer fährt sehr sicher und umsichtig. Aber wenn der Polizist das sagte, musste es wohl stimmen. Typisch westliche Denkweise, denn wer kennt ihn nicht, den Slogan "Die Polizei, dein Freund und Helfer"?
Unser Fahrer zeigte dem Polizisten seinen Führerschein und redete sehr beflissen mit ihm, was ich nun nicht mehr verstand. Dann drehte er sich zu mir um, dass ich 50.000 Rupien (ca. 4,20 EUR) geben solle, damit sei der Vorfall beglichen. "Ach, wie schön", dachte ich, "keine großen Umstände!" Im Gegensatz zu Deutschland ist das ja eine milde "Strafe" für das Überfahren einer roten Ampel. Da ich den Betrag nicht passend hatte, reichte ich einen 100.000 Rupien-Schein raus und wartete auf mein Rückgeld. Doch was macht der Polizist? Er schwingt sich auf sein Motorrad und braust davon. Da saß ich mit noch geöffnetem Portemonnaie und noch offenerem Mund und traute meinen Augen nicht.
Wir hatten zwar schon davon gehört, dass die Polizei in diesem Land korrupt sei, aber es so hautnah selbst zu erleben, war dann doch etwas ganz anderes. Es war zwar kein großer Geldbetrag, um den ich "erleichtert" wurde, aber hier ging es doch um's Prinzip. Das ist modernes Raubrittertum. Aber es war eben kein Raubritter, sondern ein POLIZIST! Unglaublich!

Dienstag, 22. März 2011

That's me in action

In meinem letzten post vom 6. März erwähnte ich ja schon, dass ich vor Matthias' Predigt das Lobpreislied "Herr, ich suche deine Ruhe" auf Deutsch gesungen habe beim Gottesdienst in der UNAI-Kapelle.

Ich wusste gar nicht, dass jemand das aufnimmt und um so größer war meine Überraschung, als ich die Mitteilung auf meiner Facebook-Seite erhielt, dass mein Lied sogar bei youtube veröffentlicht wurde. Wer sich davon überzeugen möchte, der klicke einfach hier: