Laut - bunt - süß: Das ist Indonesien!

Montag, 7. Februar 2011

Ein Abend mit sundanesischem Tanz

Matthias hatte Ende Januar in Lembang - einer kleinen Stadt nördlich von Bandung - mit seinem Projekt-Team einen Planungs-Workshop organisiert, an dem auch eine Delegation deutscher Geologen teilnahm. An einem Abend, einer Art "social meeting", gab es typisch sundanesischen Tanz mit einem kleinen Orchester und vier wunderschönen Tänzerinnen, die in unterschiedlichen Kostümen auftraten, aber immer herrlich schön exotisch anzuschauen. Zum Schluss wurden auch die Zuschauer aufgefordert mitzutanzen und nach anfänglicher Scheu bog sich bald das Parkett, wovon mit den nachfolgenden Bildern ein kleiner Eindruck vermittelt werden soll:













































Freitag, 4. Februar 2011

Unser Alltag

Nun bin ich schon ganze fünf Monate hier und es kehrt so etwas wie "Alltag" ein. Oft werde ich gefragt, was ich den ganzen lieben Tag so "mache", da ich ja nicht arbeiten muss und auch gar nicht darf, was ich - nebenbei bemerkt - durchaus genieße! Fest steht auf jeden Fall, dass es überhaupt nie langweilig ist. Es gibt immer noch so viel Neues zu lernen und zu entdecken!

Seit Oktober gehe ich vormittags drei- bis viermal pro Woche in ein Fitness-Studio und am Donnerstag wird gewandert. Inzwischen haben sich durch diese Wandergruppe einige sehr nette Kontakte ergeben, sodass unser soziales Leben richtig aufgeblüht ist. Auch Matthias, der den ganzen Tag ja arbeitet, ist mit eingebunden, indem wir am Wochenende oder manchmal auch unter der Woche abends entweder eingeladen sind oder zu uns einladen.

Da ich mit meinem Indonesischlernen allein nicht recht weiterkam, kommt jetzt einmal pro Woche ein Lehrer zu uns ins Haus und dann wird stramme zwei Stunden gepaukt! Ganz langsam erschließt sich so eine wunderschöne Welt, indem ich immer mehr verstehe, was um mich herum gesagt wird bzw. geschrieben steht. So einfach, wie ich zuerst dachte, ist Indonesisch aber doch nicht. Man muss zwar keine Konjugationen, Tempi usw. pauken, dafür aber umso mehr Prä- und Suffixe, deren Bedeutung sich für mich recht langsam erschließt. Oder liegt es an meinem Alter? ;-)

Fester Bestandteil unseres Lebens hier ist der Besuch des Gottesdienstes auf dem Campus unserer adventistischen Universität UNAI (Universitas Advent Indonesia)
www.unai.edu oder www.facebook.com/unai1949, wo wir auch schon richtig dazu gehören und Freunde gefunden haben.

Sonntag, 16. Januar 2011

Selamat Tahun Baru!

Da bin ich wieder! Hab schon lange nichts mehr "gepostet", was nicht heißt, dass es nichts zu erzählen gab. Im Gegenteil. Aber ich bin halt so im "Freizeitstress", dass ich bis jetzt nicht dazu kam, die Erlebnisse in Worte zu fassen.

Doch zunächst wünsche ich allen meinen Lesern, wie schon die Überschrift auf Indonesisch lautet, auch auf Deutsch ein "gesegnetes Neues Jahr!" So ein Jahreswechsel ist ja immer mit guten Vorsätzen gepflastert und ich bin zuversichtlich, dass wir alle es schaffen, sie auch in die Tat umzusetzen. Phil. 4,13 verspricht, dass das gelingen wird: "Ich vermag alles durch den, der mich stark macht." Ich bin gespannt, wofür wir im Rückblick auf 2011 Gott danken können.

Im Rückblick auf Weihnachten 2010 und den Jahreswechsel sind wir dankbar, dass wir einen sooo schönen Urlaub in Thailand verbringen durften! Matthias hatte das ganze Jahr über noch keinen richtigen Urlaub gehabt und war ziemlich erholungsbedürftig. So flogen wir am 18. Dezember los und verbrachten herrlich erholsame Tage in unserem Lieblingshotel "The Legend" in Chiang Rai, im Norden Thailands. Das Bild in meinem "Post" vom 24. Dezember ist übrigens dort aufgenommen worden, am Ufer des Flusses "Mae Kok", der später in den Mekong mündet. Und hier sind ein paar weitere Eindrücke aus Thailand:


Wir lassen einen "Loy" fliegen. Dabei soll man sich etwas wünschen...
















Thai-Dance

Nein, nicht Amsterdam - Tulpen in Chiang Rai!














Dies Bild soll zeigen, wie viele Menschen auf dieser Blumen-Show mit Sonnenschirm  unterwegs waren

Fahrradtour mit Marc










Ein kleiner Ausschnitt aus unserem "Paradies"am Ufer des Mae Kok
Am 2. Januar ging es zurück nach Bandung und Matthias startete gleich tags darauf zu einer einwöchigen Dienstreise nach Hannover. Doch anstatt einsam und allein zurück zu bleiben, verbrachte ich sehr abwechslungsreiche Tage mit einer Bekannten aus "meinem" Chor in Hannover und ihrem Freund. Gemeinsam schauten wir uns das Institute of Technology Bandung (ITB) an, das einen ausgezeichneten Ruf genießt und unternahmen Ausflüge in die nähere Umgebung. Allmählich avanciere ich hier zur Fremdenführerin und alle kommenden Besucher werden von meinen Insiderkenntnissen profitieren... ;-) Also, auf nach Bandung!

Freitag, 24. Dezember 2010

Selamat Hari Natal!

Das heisst “Gesegnete Weihnachten” auf Bahasa Indonesia. In den Geschaeften und Einkaufszentren ist alles kitschig schoen weihnachtlich geschmueckt, es glitzert und blinkt in allen Farben. Und das in einem moslemischen Land. Es ist wohl suedostasiatische Mentalitaet, dass ALLES gefeiert wird, auch wenn einem die urspruengliche Bedeutung dieses christlichen Festes gar nicht bekannt ist. Das kennen wir schon von Thailand.

Mit diesem Foto, das heute Vormittag entstand und zeigt, wie wir hier Weihnachten feiern, verabschiede ich mich fuer dieses Jahr von meinen Lesern und wuensche allen ein friedvolles Fest. Gottes Segen die Fuelle fuer das Neue Jahr, auf Indonesisch: “Selamat Tahun Baru!”

Friede auf Erden unter Polizeischutz

Die Islamisierung in diesem Land schreitet beunruhigend schnell voran. Mit Besorgnis verfolgen wir die Zeitungsberichte, die von Angriffen auf Christen berichten. So hat im September der taetliche Angriff auf Vorstandsmitglieder einer christlichen Kirche in Bekasi, in der Naehe von Jakarta, fuer Schlagzeilen gesorgt und am vorletzten Sonntag sind in Bandung waehrend eines christlichen Gottesdienstes islamistische Hardliner eingedrungen, um ihn aufzuloesen und die Gottesdienstbesucher nach Hause zu schicken.

Als Grund fuer den Angriff in Bekasi werden baugenehmigungsrechtliche Unkorrektheiten angefuehrt und in Bandung fand der Gottesdienst in privaten Raeumen statt, was in Indonesien nicht erlaubt ist.

Trotzdem ist das kein Grund, gegen die christlichen Minderheiten dermassen aggressiv vorzugehen. Viele Muslime aeussern sich in den Leserbriefen zutiefst empoert und besorgt ueber diese wachsende Intoleranz im Lande. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass diese Ausschreitungen gegen Christen von den staatlichen Autoritaeten, der Polizei bis hin zum Staatspraesidenten geduldet werden. Wie die “Jakarta Post” schreibt, sind sie entweder machtlos gegen die Hardliner oder – schlimmer noch – sogar mit ihnen verbuendet.

Weiter ist in der “Jakarta Post” zu lesen, dass der Anfuehrer der “Islam Defenders Front”, die hinter den beschriebenen Ausschreitungen steht, dem Polizeipraesidenten von Jakarta seine “Hilfe” angeboten hat, um die Weihnachtsgottesdienste der Christen zu “schuetzen”. Er betont zwar, dass die Christen das Recht haetten, Weihnachten zu feiern und man das respektieren muesse, aber im naechsten Atemzug: “...but Christians should not provoke us”. Es hoert sich an, als wolle der Wolf selbst die Schafe hueten, darauf lauernd, welches Verhalten ihn zum erneuten Angriff “berechtigt”. Leider sind wir vom “Frieden auf Erden” noch weit entfernt!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Surprise, surprise!

Wenn wir in Jakarta sind, übernachten wir meistens im Hotel Mandarin Oriental. Es liegt sehr schön zentral, direkt an der "Big Fountain" in der Jalan Thamrin, einer der Hauptstraßen, an der auch die Deutsche Botschaft liegt sowie das GTZ-Büro.

Da ist man sooo weit weg von Deutschland, ahnt nichts Schlimmes und will abends in eines der hoteleigenen Restaurants namens "Lyon" essen gehen. Wie der Name schon vermuten lässt, ein französisches Restaurant. Wir stehen also noch am Eingang und studieren die Menuekarte, als wir auch schon, wie es in Südostasien üblich ist, vom Ober (einem Westler) mit einem freundlichen "Bonsoir!" angesprochen werden. Das veranlasst uns natürlich zu der Annahme, dass der Ober Franzose ist - und meine Vorfreude auf einen netten Plausch in französischer Sprache wächst: "Ah, vous êtes Francais!" "Non, pas vraiment, je suis Allemand", entgegnet darauf der Ober. "Na, dann können wir ja auch auf Deutsch miteinander reden", entgegnete ich, und schon ließen wir uns von ihm an einen schönen Tisch führen.

Das Restaurant war sehr gut besetzt und der Ober, genauer gesagt der Restaurantchef, wie sich im Laufe des Abends heraus stellte, hatte viel zu tun. Aber zwischendurch ergaben sich natürlich immer ein paar nette Worte. Ganz zum Schluss erwähnten wir beiläufig, dass wir aus Hannover kommen. Darauf der Ober: "Ach nee - und ich aus Wettbergen!" Wie klein die Welt doch ist!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Wozu Networking alles gut ist

Es ist natürlich immer gut, wenn es einem gut geht. Gesundheitlich meine ich. Was aber, wenn man dann doch mal einen Arzt braucht, aber so völlig neu ist in dieser Stadt? Krankenhäuser gibt es einige hier und auch Hinweisschilder von Arztpraxen habe ich schon viele gesehen. Aber was man so von anderen "Expats" hört, ist, dass viele indonesische Ärzte kein Englisch sprechen und die hygienischen Verhältnisse eher zu wünschen übrig lassen. Deshalb fliegen viele "Expats" bei gesundheitlichen Problemen nach Singapur, was von Bandung aus überhaupt kein Problem ist.

Mich störte seit geraumer Zeit eine Schwellung auf dem Augenlid, die zwar nicht schmerzte, aber auch nicht von allein wieder zurück ging. Deswegen nach Singapur zu fliegen, erschien mir ein bisschen zu viel des Guten. Aber wie findet man einen wirklich guten, nach westlichen Maßstäben ausgebildeten, vertrauenswürdigen, Englisch sprechenden Augenarzt in einem Land, dessen Sprache man noch nicht gut beherrscht?

Die Vorteile der modernen Kommunikation machten's möglich: Meine E-Mail an die "Expat-Verteilerliste", der wir ja mittlerweile auch angehören (siehe meinen Bericht vom 19. Oktober), löste große Resonanz aus und ich bekam viele gute Tipps, aber auch Hinweise, wo man besser NICHT hingeht. Der Bericht eines deutschen Landsmannes, der sich hier einer Grauen Star-Operation unterziehen musste und nur allerbeste Erfahrungen gemacht hatte, überzeugte mich dann vollends, ins "Bandung Eye Center" zu gehen. Klein, aber fein! Von außen ein eher kleines, unscheinbares Gebäude, aber von innen supermodern und blitzsauber. Eine hervorragend organisierte Voruntersuchung und keine lange Wartezeit. Eine junge, kompetente Augenärztin unternahm sofort einen kleinen "operativen Eingriff". Danach sah ich erst einmal einige Tage wie "Draculette" aus und deshalb verzichte ich auch an dieser Stelle auf Fotos ;-) Aber nach etwas mehr als einer Woche war nichts mehr zu sehen, alles bestens verheilt.

Meine positiven Erfahrungen habe ich dann wiederum per Networking den "Expats" mitgeteilt - so hilft man sich hier gegenseitig.